Neues aus dem Crackhouse

 

 

 

Das ist SP OHNE mich!

21.5.11 11:07, kommentieren

Section 221 (g)

Nachdem ich also die geforderten Unterlagen ans US Konsulat zurück gesandt hatte, hieß es wieder: warten.

Hatten wir gehofft, dieses Weihnachten zusammen feiern zu dürfen, so wurde diese Hoffnung zerschlagen.

SP rief dann vor Silvester das Konsulat an, bekam aber nur die Auskunft: We are reviewing it still.

Am 05. oder 06.01.11 bekam ich dann meinen von mir selbst adressierten Umschlag zugestellt mit Datum vom 04.01.11:

Die ganze Sache ist in die USA zurück geschickt worden, SP und ich landen in der "Fraud Database" und die Homeland Security soll die ganze Angelegenheit nochmals checken.

Meinen Pass bekam ich auch zurück. Webseiten empfehlen, nun einen "Immigration lawyer" einzuschalten, den Senator des entsprechenden Bundesstaates, Anträge auf Freedom of Information Act zu stellen usw usf.

Mit anderen Worten: JEDE MENGE zusätzlichen Papierkram und Ärger.

Ganz zu schweigen davon, dass wir nicht Weihnachten oder Silvester zusammen feiern konnten, diese Sache endlich abschließen konnten, unsere Energie auf anderes konzentrieren können...

Wie gemein und unmenschlich ist es, dass ich nicht bei meinem Mann sein darf über so einen langen Zeitraum?

Wenigstens hat SP nicht nur Heiligabend hier angerufen (in USA ist das ja noch kein Feiertag, sondern erst der 25.) sondern auch Silvester.

Silvester haben wir also am Telefon zusammen gefeiert. Was konnten wir denn sonst tun? Wie gemein ist das?

Ich hab ihm hübsch das Feuerwerk beschrieben und er meinte, dort gäbe es kein Feuerwerk und es war wirklich traurig, dass wir über das Telefon Silvester "feiern" mussten. Dazu musste ich ihn ja noch mit 6 Std. Verspätung anrufen, um ihm ebenfalls ein "Frohes Neues Jahr" wünschen zu können.

1 Kommentar 8.1.11 13:49, kommentieren

Aftermath "Interview"

Tja, da sass ich nun auf dem blöden Bahnhof. Gut, ich hätte weiterlesen können in meinem Buch "Betty Blue hat geheiratet", aber das war auch nicht wirklich der Hit.

Irgendwann setzte sich ein Pärchen mit jede Menge Koffern zu meiner Linken. Der Mann - in Sandalen mit Socken - ging los, um sich ein Würstchen zu holen.

Sie, eine etwas beleibtere Frau mit akkuraten Dauerwellen aus den 50ern - blieb sitzen. 100% Ossis.

Aus Langeweile fing ich ein Gespräch mit ihr an. Der Akzent verriet "Ossies". Sie warteten auf ihren Zug nach Hause. Ich fragte, woher sie denn kämen. Also, aus welchem Urlaubsort.

Überraschung: Sie kamen geradewegs aus St. Pete, FL!

Oh, wie ich sie beneidete! Sie erzählten mir dann, welche Sehenswürdigkeiten sie angeschaut hätten. Der Mann kam zurück und erzählte mir, dass er so gerne Cape Caneveral hatte sehen wollen und das hätten sie sich ebenfalls angekuckt. Ich freute mich für sie.

DAS werde ich mir auch auf jeden Fall nochmal ansehen. emotion

Ich erzählte ihnen, dass ich auch in St. Pete gewesen war und gerne wieder dorthin will - mit einem Visum, so dass ich länger bleiben und auch dort arbeiten kann. Und das ich wg. des Visums dort saß, wo ich saß, nämlich auf der blöden Bahnhofsbank, weil ich in der Frankfurter US-Botschaft gewesen war wg. des Visums.

Dann kamen sie darauf zu sprechen, dass sie dort viele Mobile Homes gesehen hätten, die sehr dicht beieinander gestanden hätten und dass dort drin offenbar die älteren Menschen wohnten. Sie sagten das so, als würden sie das komplett ablehnen/verachten und generell unwürdig finden.

Ich lächelte nur. Klar, manche stehen in manchen Parks zu dicht beieinander. Das spart aber "lot rent". Das sagte ich ihnen.

Sie schauten mich an, als hätte ich irgendwie 'ne Meise. Na ja, ich dachte dann, klar, also mit Plattenbauten können solche Mobile Homes natürlich nicht mithalten, nach Ossie-Spiesser-Ansicht. emotion

Weil mir die Spiesser zu anstrengend wurden, da ja jedes weitere Wort über Mobile Homes etc. von vornherein vergebliche "Liebesmüh" gewesen wäre aufgrund deren Vorurteile, fragte ich dann, ob es auf dem Flughafen nicht vielleicht "bequemer" und vor allem wärmer sei als auf dem Bahnhof. Die Dauerwellen-Mutti meinte dann, dort würde gebaut und ausserdem sei alles sehr viel teurer.

Ich hatte keine Lust mehr, mich weiterhin mit Ignoranten über die USA zu unterhalten, wenn die gleichsam über einen der wichtigsten Life-Styles dort, die Mobile Homes, die Nase rümpfen. Ich ging nochmals eine rauchen und danach fuhr ich dann zum Flughafen. Ich hoffte, dass es dort wärmer wäre.

Ah, es war vieeel wärmer. Und es war auch nicht sehr viel teurer - anders als die Mutti behauptet hatte. Vor allem rochen die Toiletten - oder Bathrooms - nicht penetrant nach Urin und man konnte sogar Handtücher ausleihen und warm duschen.

Dort wartete ich also die restlichen Stunden, kaufte mir noch ein Bier, sah eine Gruppe Polizisten eine Gruppe von verschleierten Muslimen, die irgendwo einchecken wollten, kontrollieren und checkte zeitig ein. Ich wollte nur noch nach Hause. 

Das ging dann relativ flott. Vor 21 Uhr war ich wieder zuhause und rief gleich SP an, der schon 3 mal auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte.

3 Kommentare 23.11.10 17:09, kommentieren

Das eigentliche Interview

Während ich so überlegte, wohin ich denn gerufen werden würde vom Konsul, fragte ich mich, ob ich denn noch "in time" zum Doktor kommen würde. Bekanntlich macht der nämlich um 11 Uhr zu. Und ob das nicht ein schlimmes Gehetze geben würde, inkl. Verfahren mit der mir vollkommen fremden U-Bahn.

Außerdem bereitete ich mich vor, dem Konsul alles mögliche zu erzählen, z.B. Gründe für die Auswanderung, was ich/wir so planen zu machen in den USA usw usf. Lt. Webseite ist es nämlich das, was sie wissen wollen und erwarten, dass man es ihnen erzählt, ohne speziell gefragt zu werden. Jedenfalls hatte ich das angenommen nach gründlichem Lesen des Textes.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Konsul mich aufrief. Ich wurde in kein Zimmer mit blauem Teppichboden gerufen, um auf irgendwelchen Rokoko-Stühlchen Platz zu nehmen und einen Knicks zu machen - wie ich eigentlich erwartet hatte... nein, der Konsul saß wie alle anderen an so einem Schalter.

Ich dachte immer, es gibt nur einen Konsul? Gibt es vielleicht mehrere, die so heissen? emotion 

OK, er begrüsste mich mit "How are you?" Und weil ich noch so verwirrt war, dass ich in kein Zimmer mit blauem Teppichboden und Möbeln aus Edelholz gerufen worden war, fiel mir nicht sofort die passende Antwort ein. Daraufhin schaute er mich sehr böse an. Zum Glück fiel es mir dann doch noch ein und ich gab ihm ein "Fine, thank you." als Antwort.

Als nächstes sollte ich meine Finger auf dieses Gerät auf dem Tresen legen. Es war ungefähr bis zur Mitte hellrot, also legte ich nur die Fingerspitzen darauf, exakt bis zur Mitte. Sofort herrschte er mich an, ich solle die GANZEN Finger darauf legen. OK, tat ich dann. Danach die andere Hand. Dann sagte er mir, ich solle auf die Hand nun meine andere Hand legen und zwar exakt jeden einzelnen Finger auf den entsprechenden Finger der anderen Hand und kräftig dagegen drücken. HÄH?! Wozu denn das? emotion 

Eine Erklärung gab es nicht. Irgendwann war er dann wohl zufrieden. Als nächstes hielt er meinen Antrag in die Höhe meiner Augen vor die Sichtscheibe und fragte barsch: "Hast Du den ausgefüllt?!" Ich beugte mich etwas vor, um irgendwas zu entziffern, aber er hatte den schon wieder runtergenommen. "Öhmm... ja... I guess..." OK. "Dann halte jetzt Deine Hand in die Höhe, wie ich es tue und sprich mir nach: ...."

Ich hielt meine linke Hand in die Höhe wie er es tat und sprach ihm nach. Erinnern kann ich nur die Passagen: "I swear..." und "to the best of my knowledge."

Ich fragte ihn, was er denn bzgl. des Affidavit of Supports wissen wolle und ob ihm dieses Papier (WII im Original aus 2009) fehle. Wir hatten nur eine Kopie geschickt, vielleicht wollten sie das Original?

"Oh, we've got that... we've got that." Und er rügte mich, dass er darauf noch im Verlauf des Interviews kommen würde. Dabei schaute er mich immer wieder böse an.

Dann fing er an, Fragen zu stellen. "Wie habt Ihr Euch kennen gelernt?" - Uhm, ich sagte ihm, über das Internet auf der Webseite unserer Lieblingsband. - "Wie heisst die?" - So und so - Das schrieb er nieder. "Wie lange kennt Ihr Euch?" - 10 Jahre.

Das nächste war, dass er fragte, ob wir uns Geschenke gemacht hätten.

HÄH?! Wer würd mir schon was schenken... tehehe...

Ich dachte an das Ticket letztes Jahr Weihnachten, DAS hätte eigentlich das Geschenk sein sollen für meinen SP.

Wir entschieden aber, dass das zu teuer war und wir besser unsere Ersparnisse zusammen halten für die Auswanderung. Also sagte ich "Nein." - Das machte ihn fuchsteufelswild.

Sorry, ich hatte vergessen, dass ich noch in letzter Minute ein Paket nur für SP gepackt hatte. Inhalt: 3 CDs (Metal Compilitation), gebrannte Mandeln und Knödel (die liebt er!). Aber das war ja mehr ein "Trostpreis" und nicht wirklich ein Geschenk, oder?

Dabei hatte ich noch extra diese Aufkleber gekauft, Weihnachtsmänner, Elche usw., um damit den Umschlag zu verzieren, damit er so hübsch aussieht wie Becky's (seine Mum), die sie mir/uns immer schickt. Außerdem fragte ich die Post-Trulle, ob das denn noch rechtzeitig ankommen würde.

Auch hat SP mir selbstverständlich vorher Weihnachtspakete geschickt, einen rosanen Teddy (den ich Samantha nannte). der "Made in China" war, was uns endlose Belustigung einbrachte, angesichts der Strecke, die Samantha schon "getravelt" war und ob sie wohl eines Tages den ganzen weiten Weg zurück in die USA "traveln" würde. Der weitgereisteste Teddy-Bär der Welt offenbar. Außerdem verpasste ich ihr ein paar Höschen. (Auch musste sie zunächst ein paar Tage in der dunklen Abstellkammer ausharren, bevor sie wieder ins Licht durfte, aber das ist eine andere Story), des Weiteren schenkte Sam mir eine Duftlampe, Lavendel und Kokus-Duftöl, Sandalen und Boots aus Leder, einen Business-Suit und einen schönen warmen Plüsch-Mantel.

Aber als der Konsul fragte, ob wir uns "Christmas/B-Day-Gifts" geschenkt hätten gegenseitig, fiel mir das so gar nicht ein. Ich dachte, er meint Flugtickets, Häuser, Autos, Segeljachten usw. und durch mein "Nein", weil ich ja an das Flugticket dachte, zog ich mir unendlichen Zorn von diesem Mann zu!

Dann fragte er, ob ich wisse, was die Mutter beruflich mache. Der Ehemann der Mutter? Die Schwester? Ist sie jünger/älter, was macht sie beruflich usw. usf.

Wo wohnt Dein "spouse" zurzeit? Ich sagte ihm, dass er zurzeit bei Freunden wohnt.

Das machte den guten Mann wieder fuchsteufelswild. Er rutschte auf seinem Stuhl hin und her und fragte dann, ob ich die Namen wisse. Ich sagte ihm, ich wisse nur die Vornamen.

"Right. Und woher kennt er die?!" fragte er drohend.

Ich sagte ihm, das seien Kollegen. (Allmählich kam ich mir vor wie bei einem Polizei-Verhör und überlegte, was ich denn Schlimmes getan haben könnte, dass dieser Mann so wütend war auf mich und SP?).

"Collegues!" spuckte er verächtlich aus. "You mean, he doesn't own a house?!" Wieder wurde ich böse angekuckt.

"No, he does not own a house. We wanna look for an appartment when I am there. One, that fits us both."

"And you know the first names only, but not their last names?"

Er notierte weiter alles auf seinem Block. Die Vornamen der Freunde. Dann sagte er, dass SP im Jail gewesen wäre für 5 Monate und warum und was ich darüber wisse. Ich sagte ihm, was ich darüber wusste. Das machte ihn rasend. "You did not know their names?"

"No." Warum sollte ich denn unbedingt die Namen wissen? SP sagt mir doch nicht die Namen von irgendwelchen Bekannten, ausser vielleicht mal deren Vornamen, aber dann muss das schon ein guter Bekannter sein, kein "roommate".

"War er vorher schon mal im Jail?" 

"Ja, wegen, what you call DUI."

Er nickte vielsagend.

Dann fragte er, wie wir im Moment in Kontakt stünden. Ich sagte ihm, dass wir täglich telefonierten. Wir telefonieren bis zu 5x täglich oder mehr.

Er fragte, wie lange wir über MSN gechattet hätten. Wahrheitsgemäss sagte ich ihm, 5-10 Std. täglich. Das schien er nicht zu glauben. Klingt wohl verrückt für jemand, der nicht oder selten chattet.

Dann hielt er mir wieder den WII unter die Nase und sagte: "Wusstest Du, dass Dein Spouse nur 11,000,-- $/Jahr macht?"

Ich schlug in meinen Unterlagen nach, dabei musste ich die Lese-Brille aufsetzen. Ich sagte, er hätte geschrieben, er macht 20,000,-- $ im Jahr.

"Was, Du weisst nicht, wieviel Dein Mann verdient?!"

Tja, guter Mann, in Deutschland rechnet man halt das Gehalt in Monaten, nicht in Jahren (obwohl sich das ja auch geändert hat in internationalen Firmen).

Ich sagte ihm also, dass ich nur danach gehen könne, was mein Mann mir an Unterlagen geschickt hat und dass die 11,000,-- $ ja nur quasi ein Halbjahresgehalt wären (was er ja ganz genau wusste, weil er mich ja nach den 5 Monaten "Jail" gefragt hatte).

Er grinste mich fies an und sagte: "Sorry, SOOO rechnen wir nicht. - Er verdient nicht genug. Du brauchst einen Joint-Sponsor. Weisst Du was ein Joint-Sponsor ist? - Well, den brauchst Du."

Er schrieb was auf einen Zettel. Dann sagte er, er will die "telephone reports" sehen und Bilder von mir und SP ZUSAMMEN. Ich sagte ihm, dass die telephone reports nur ein halbes Jahr zurückreichen und nur vom letzten Monat explizit aufgeschlüsselt wären. Und: "Wir können ja die Abrechnungen von SP schicken, die seit April angefallen sind." Er lächelte süffisant und meinte: "Das reicht nicht. Er verdient nicht genug." (Was ja nicht stimmt.)

Dann schob er mir den Zettel durch den Schalter und sagte, er behalte vorerst meinen Pass ein und ich müsse nun das beibringen, was er auf den Zettel geschrieben hatte: Telephone Reports und Fotos von mir und SP einreichen, sowie einen Joint Sponsor bringen (da könnte er genauso gut einen Lotto-Gewinn verlangen und ich wette, das weiss er auch).

Ich bekam dann noch einen Zettel mit der Adresse und Wegbeschreibung vom Arzt sowie eine Kopie von meinem Pass, die ich dort abgeben sollte, wo das "Medical" gemacht werden sollte. Obwohl ich am Boden zerstört war wegen dieser "Behandlung" und weil überhaupt keiner nach den Gründen für die Auswanderung oder was wir in den USA vorhatten, gefragt hatte, verabschiedete ich mich mit einem "Thank you."

Ich überlegte, ob ich überhaupt noch zu dem Medical gehen sollte. Aber entschied mich dann doch dafür. Ungefähr 10 vor 11 saß ich noch in der U-Bahn und war mir nicht sicher, ob ich das noch schaffen würde.

Natürlich lief ich erstmal an der Villa vorbei, wo dieser Arzt war. Also zurück. Mittlerweile war mir alles egal. Von der Rezeption erfuhr ich, dass sie länger da wären als nur bis 11 Uhr (Witzig?) und wurde nach oben geschickt, dann von 'ner sehr komischen Ärztin sehr komisch angetextet - ich wunderte mich über nichts mehr, auch nicht mehr darüber, wie seltsam die Leute in Frankfurt sind. Nach Bezahlung der Gebühren - 140,-- EUR - wurde ich nach unten geschickt. Dort wurde meine Lunge geröntgt.

Die Aufnahme bekam ich als CD mit. Die CD muss man bei der Einreise in die USA abgeben.

Danach untersuchte mich ein Arzt (schaute aber nicht ins Höschen, wie auf vielen Foren berichtet wird) und fragte wg. den Kinderkrankheiten/Impfungen. Schliesslich bekam ich einen DIN-A4-Bogen mit, welche Impfungen ich benötige bzw. Nachweis über Anti-Körper über die entsprechenden Krankheiten.

Danach fuhr ich zum Hauptbahnhof und gönnte mir erst mal im überfüllten (sind die in Hbfen eigentlich immer überfüllt? Wenn ja, warum sind dort nicht 2 oder 3 davon?) McDonalds einen 1955 Burger. Ich setzte mich an einen Fensterplatz und schaute zu, wie 3 örtliche "Heiopeis" vor einem seltenen Mercedes standen, Marke "Zuhälterschlitten". Danach ging ich vor die Tür und rauchte eine und hörte ihnen - gezwungenermassen - zu, wie sie darüber debattierten, dass das die "Karre von so und so" wäre und wo der denn sei. Angeblich im McDo... aber sie hatten ihn nicht entdecken können drinnen. Also riefen sie ihn über Handy an. Keine Ahnung, warum sie ihn "trackten" oder seinen Mercedes.

Aber sie kamen mir doch reichlich retardiert vor. Ganz Frankfurt kam mir retardiert vor. Es war erst so 1 Uhr, keine Ahnung, wie ich die Zeit bis 19.40 Uhr totschlagen sollte.

Eigentlich hatte ich geplant, mir das berühmte Bankenviertel und die Börse anzuschauen, aber für einen Spaziergang war es entschieden zu kalt. Ich holte erstmal meine Sachen aus dem Schliessfach und setzte mich dann auf eine Bank im Hbf. Da war es auch noch sehr kalt. Ich beobachtete ein wenig die Leute. Komische Freaks rannten da rum.

1 Kommentar 23.11.10 18:57, kommentieren

Das langersehnte "Interview"

Nachdem ich vor dem 1. Termin am 6. Oktober 2010 glaubte, nochmals einen Antrag ausfüllen zu müssen und sich das Ausdrucken bis Mitternacht - im Internet-Café, weil in ganz Hamburg nach 20 Uhr abends keine Druckertinte mehr aufzutreiben ist - hinzog... schlief ich doch glatt bis 8 Uhr morgens durch, anstatt um 3.00 Uhr aufzustehen. Da war der Flieger natürlich schon weg. Was tun? Gegen 10 Uhr rief ich das Konsulat an. Danach schrieb ich dann eine E-Mail und bekam eine Std. später schon Antwort. Ein neuer Termin musste vereinbart werden. Den schickten sie mir nächsten Tag per E-Mail, ein offizieller Brief sollte per Post folgen. Nun war der 18. Oktober 2010 angesetzt.

Ich checkte sofort Flüge und es gab noch welche für 50,-- EUR. Leider hatte ich dann Panik, dass ich wieder verschlafen würde und überlegte, ob ich einen Abend vorher fliegen (der letzte Flug nach Frankfurt trifft dort um 22.45 Uhr ein) und die Nacht auf dem Flughafen verbringen sollte. Oder ob ich vielleicht mit dem Zug fahre, Abfahrt etwa gegen Mitternacht, Ankunft gegen 5:30 Uhr morgens. Ich buchte dann eine Zugfahrt für die Hinfahrt und einen Rückflug 19.40 Uhr ab Frankfurt, Ankunft 20.40 Uhr in Hamburg. Kosten: 140,-- EUR.

Am Tag vorher packte ich sorgfältigst meine Tasche, sortierte alle Papiere und packte noch eine Decke ein (hatte SP mir gesagt, ich soll 'ne Decke mitnehmen für die Zugfahrt) und ein Kopfkissen und einen Wecker und ein Buch. Oh Boy, als ich total happy, weil weit vor der Zeit, am U-Bahnhof stand, fiel mir ein, dass ich meine Herztabletten vergessen hatte. Und die letzte hatte ich am Morgen genommen. Ich hatte auch nicht schlafen können tagsüber. Nochmal zurückgehen und sie holen war nicht drin, dann hätte ich den Zug verpasst, weil die U-Bahnen spätabends nur alle 20 Min. fahren. emotion Wow, irgendwas MUSSTE ja wieder schief gehen! Total sauer suchte ich mir einen schönen Platz im ICE - ich hatte 1. Klasse gebucht - in einem Grossraumabteil, das ich ganz für mich allein hatte. Nur ganz vorne sass noch ein einzelner Mann, der offenbar die Langeweile einer nächtlichen Zugfahrt mit Alkohol tot schlug. Bei McDo hatte ich mir noch 2 Burger geholt und mein Lieblingswasser und Süssigkeiten (ausnahmsweise) hatte ich auch dabei. Ich war fest entschlossen, NICHT einzuschlafen. Also wickelte ich die Decke um meine Beine und begann das Buch zu lesen: Betty Blue hat geheiratet. Ein anderes hatte ich leider nicht mehr, da ich all meine Bücher bereits entsorgt hatte.

Nach dieser elend langen Zugfahrt - 5,5 Std. - trudelten wir dann in Frankfurt ein. Ich lief erstmal über den Bahnhof, der sehr viel kleiner ist als der Hamburger, sich allerdings - was das Angebot an Läden und Restaurants betrifft - nicht unterscheidet von Hamburg. McCafé und McDo hatten so früh am Morgen schon auf, ausserdem ein Laden, wo man Getränke, Zeitungen, Bier etc. kaufen konnte und ein Zigarettenladen. Zum Rauchen musste man vor die Tür gehen. Es war saukalt in Frankfurt, viel kälter als in Hamburg.

Ich schaute mir dann erstmal den U-Bahn-Plan an und die Haltestelle, wo die U-Bahn abfuhr, die ich nehmen musste. Dann ging ich zurück zu den Schliessfächern. Ich hatte beschlossen, Decke und Wecker und alles, was ich nicht brauchte, ins Schliessfach zu stellen anstatt wie ursprünglich geplant wegzuwerfen. Irgendwelche Elektrik darf man nämlich nicht mitnehmen ins Konsulat, dann wird man sofort abgewiesen.

Ich hatte noch massenhaft Zeit und um die Aufgeregtheit zu bekämpfen, kaufte ich mir ein Bier. Damit ging ich dann in die gegenüberliegende Strasse. Das ist wohl in Frankfurt das Rotlichtviertel, gleich hinterm Bahnhof. Ähnlich wie in Hamburg, nur wir haben zwei, eins am Hauptbahnhof - das ist der "Kleine Kiez" und den eigentlichen "Kiez", der weit weg vom Hbf liegt.

Da stand ich also an einem Tisch vor einem geschlossenen Lokal und sah alle möglichen Leute zur Arbeit gehen oder eben die eher abgerissenen Leute, die wohl Junkies oder Drogendealer waren. Ich stand dort keine 5 Min., da gesellte sich schon ein Mann in meinem Alter mit Zopf und Bier in der Hand zu mir. Wir unterhielten uns ein bisschen und es stellte sich heraus, dass er obdachlos war. Er hatte einen Rucksack und wohl einige Bier dabei. Betrunken war er aber nicht, oder jedenfalls nicht sehr. Er erzählte mir, dass Frankfurt ein übles Pflaster sei und er gerne nach Hamburg wolle. Drei Leute mittleren Alters kamen uns entgegen gestolpert, darunter eine hübsche farbige Frau und als sie uns erblickten, kam sie direkt auf uns zu. Ich dachte, oh Gott, die wollen bestimmt Drogen kaufen oder verkaufen. Aber nix da. Sie plapperte gut gelaunt im breitesten Schweizer Dialekt drauf los, dass sie Touris aus der Schweiz wären und auf der Suche nach einer Disko, die jetzt noch offen habe... wahrscheinlich dachten sie, wir hätten ebenso die Nacht durchgefeiert wie sie und könnten kein Ende finden. So kann man sich täuschen. emotion

Ich verabschiedete mich dann und ging zurück zur U-Bahn-Station. Ich war etwas früh dran, aber lieber zu früh als zu spät. Ab irgendeinem Punkt fuhr die U-Bahn - die eher wie eine Strassenbahn wirkt - auf der Strasse. Ist also tatsächlich eine Kombination zwischen U- und Strassenbahn. Zum Glück hatte ich ein Ticket für 7,-- EUR für die U-Bahn zusammen mit der Bahnfahrkarte gebucht, also brauchte ich mich nicht auch noch um fremde Zonen/Preise zu kümmern. An der Haltestelle der Botschaft stieg ich dann aus. Es sollte rechts rum gehen. Also ging ich da lang. Aber da war - ausser einer Mauer - NICHTS. Kein Eingang, keine Häuser, absolut nichts, ausser dieser Mauer.

Auf der anderen Seite gab es einen Gebäudekomplex, der auf mich wirkte wie eine Kaserne. Rundum mit hohen Zäunen abgesichert, mit Flutlicht ausgestattet usw. Nach ca. 1000 m sah ich dort den Eingang und Sicherheitsleute in schwarzen Uniformen. Ich hielt das Ganze für eine Polizeikaserne oder so was. Denn vergeblich suchte ich nach der US-Flagge. Die war nirgends zu sehen. Das US-Konsulat in Hamburg ist eine hübsche, weisse Villa an der Alster und die Flagge sieht man schon von weitem. Nach genau so was suchte ich dort auch, aber das konnte ich nirgends entdecken. Ich beschloss also, an der "Polizeikaserne" nach der Botschaft zu fragen. Aber da sah ich dann die Schilder, dass es das US-Konsulat war. Vor dem Eingang standen schon viele Leute, in zwei Reihen aufgeteilt. Die eine Schlange war für "Nichtimmigrant-Visas" und die andere für "Immigrant-Visas".

Man musste sich dort anstellen, um an einen Schalter zu gelangen, der die Nummern ausgab. Das funktionierte wie im Strassenverkehr nach dem Reissverschlussprinzip. Alle froren, denn es war saukalt in Frankfurt. Der Wachmann versuchte uns aufzuheitern und scherzte mit uns. Als ich an der Reihe war, wurde ich freundlich auf Englisch begrüsst und: "Ich hoffe, Sie haben Briefmarken dabei, Ms. Soundso, unser Automat ist heute kaputt."

Oh, da war ich aber froh, da ich das Porto - 4,25 für ein Einschreiben - genauso wie passendes Kleingeld dabei hatte. Doppelt hält eben besser. emotion

Danach ging es durch die Sicherheitskontrolle - ich musste den Regenschirm abgeben - und dann in diese Halle mit den vielen Schaltern. Auf riesigen Leucht-Displays wurden die Nummern durchgegeben, welche Nummer zu welchem Schalter kommen sollte. Meine war 602. Es gab einen Foto-Automat - für diejenigen, die noch keine Pass-Fotos hatten -, einen Stand mit Backwaren und Kaffee und den Briefmarken-Automaten - der ja kaputt war.

Nach einer halben Std. wurde ich zu einem Schalter gerufen. Ich sagte, dass ich nicht wisse, welche Papiere sie denn noch von mir brauchen. Ich hatte alle bisher eingereichten Papiere in einem Ordner als Kopie dabei, sowie noch 1-2 Originale, die die aber schon bekommen hatten.

Die Frau gab mir einen grünen Zettel, auf dem stand: "Bringen Sie alle ORIGINAL DOCUMENTS in diese Reihenfolge: BC, MC etc."

Ich sagte ihr nochmals, dass ich nicht wisse, welche Papiere sie wollen, denn wir hätten sie ja schon geschickt. Sie schaute kurz in den dicken Ordner vor sich und sagte: "Oh ja, tehehe, hier sind sie ja alle." Dann rollte sie die Augen. Offenbar hatte sie Null Bock, sich länger als nötig mit mir abzugeben. Auf den grünen Zettel hatte sie "4,25" notiert. Das sollte wohl heissen, ich müsse die 4,25 EUR parat haben.

Ich sollte wieder warten. Danach wurde ich zu einem anderen Schalter gerufen, nach einer weiteren halben Std. Die Frau dort schob mir meinen Antrag hin und sagte, ich müsse dort noch was ausfüllen. Adresse von SP, Beruf, Geburtsdatum, Telefon-Nr. usw.

Da ich die Adresse nicht aus dem Kopf wusste, schrieb ich die Indiana-Adresse hinein. (Sie steht in Wirklichkeit nur 2 cm darüber, aber in der Aufregung schaute ich dort gar nicht hin.)

Sie gab mir einen Umschlag, auf den ich das Porto kleben sollte und sagte, dass der Konsul noch eine Frage hätte bzgl. des Affidavits of Support. Er würde mich aufrufen. Und ihm solle ich dann auch den Umschlag geben. Mein Visum würde mir per Post zugeschickt werden in einem Umschlag, den ich AUF GAR KEINEN FALL öffnen dürfe. Das Letztere hätte ich gar nicht bekommen, wenn ich es nicht vorher schon auf allerlei Foren gelesen hätte.

Danach wurde ich nochmal zum 1. Schalter gerufen. Die Frau hielt mir mein Pass-Foto unter die Nase und fragte, wie alt es wäre. Ich sagte, nicht älter als 6 Monate und sie: "OK, das wollte ich nur wissen."

Dann durfte ich wieder Platz nehmen auf den Bänken, die für über 300 Personen dort hingestellt wurden, sinnierte darüber, wieviel Deutsche wohl schon dort gesessen hatten, während US-Sicherheitspersonal durch die Reihen patroullierte.

1 Kommentar 23.11.10 15:36, kommentieren

Post vom Konsulat

Datiert vom 10. September, hab ich einen Brief vom Konsulat am Montag oder Dienstag erhalten. Mein Interview-Termin wurde auf den 6. Oktober zu einer moderateren Zeit, nämlich 8:30 Uhr vorverlegt.

Zu blöde nur, dass ich schon 'nen Flug für den 8. Oktober gebucht hatte.  Also alles wieder stornieren (Kosten 65,-- EUR) und alles neu buchen.

Aber zum Glück kann ich fliegen und alles an einem Tag erledigen. Das "Medical" wird am selben Tag gemacht.

1 Kommentar 18.9.10 16:50, kommentieren

Interview-Termin

Am 31.08. bekam ich Mail vom NVC mit dem Interview-Termin. Aus Versehen war sie im Spam-Ordner gelandet, aber da schau ich eh immer rein.

Er ist am 8. Oktober 2010 um 7:30 Uhr! Was für ne unmenschliche Zeit! Und wo ich doch extra aus Hamburg anreisen muss.

Naja,  nun kann ich mich um die Impfungen kümmern. Die sollten in den nächsten 4 Wochen abgeschlossen sein.

1 Kommentar 2.9.10 20:17, kommentieren