Aftermath "Interview"

Tja, da sass ich nun auf dem blöden Bahnhof. Gut, ich hätte weiterlesen können in meinem Buch "Betty Blue hat geheiratet", aber das war auch nicht wirklich der Hit.

Irgendwann setzte sich ein Pärchen mit jede Menge Koffern zu meiner Linken. Der Mann - in Sandalen mit Socken - ging los, um sich ein Würstchen zu holen.

Sie, eine etwas beleibtere Frau mit akkuraten Dauerwellen aus den 50ern - blieb sitzen. 100% Ossis.

Aus Langeweile fing ich ein Gespräch mit ihr an. Der Akzent verriet "Ossies". Sie warteten auf ihren Zug nach Hause. Ich fragte, woher sie denn kämen. Also, aus welchem Urlaubsort.

Überraschung: Sie kamen geradewegs aus St. Pete, FL!

Oh, wie ich sie beneidete! Sie erzählten mir dann, welche Sehenswürdigkeiten sie angeschaut hätten. Der Mann kam zurück und erzählte mir, dass er so gerne Cape Caneveral hatte sehen wollen und das hätten sie sich ebenfalls angekuckt. Ich freute mich für sie.

DAS werde ich mir auch auf jeden Fall nochmal ansehen. emotion

Ich erzählte ihnen, dass ich auch in St. Pete gewesen war und gerne wieder dorthin will - mit einem Visum, so dass ich länger bleiben und auch dort arbeiten kann. Und das ich wg. des Visums dort saß, wo ich saß, nämlich auf der blöden Bahnhofsbank, weil ich in der Frankfurter US-Botschaft gewesen war wg. des Visums.

Dann kamen sie darauf zu sprechen, dass sie dort viele Mobile Homes gesehen hätten, die sehr dicht beieinander gestanden hätten und dass dort drin offenbar die älteren Menschen wohnten. Sie sagten das so, als würden sie das komplett ablehnen/verachten und generell unwürdig finden.

Ich lächelte nur. Klar, manche stehen in manchen Parks zu dicht beieinander. Das spart aber "lot rent". Das sagte ich ihnen.

Sie schauten mich an, als hätte ich irgendwie 'ne Meise. Na ja, ich dachte dann, klar, also mit Plattenbauten können solche Mobile Homes natürlich nicht mithalten, nach Ossie-Spiesser-Ansicht. emotion

Weil mir die Spiesser zu anstrengend wurden, da ja jedes weitere Wort über Mobile Homes etc. von vornherein vergebliche "Liebesmüh" gewesen wäre aufgrund deren Vorurteile, fragte ich dann, ob es auf dem Flughafen nicht vielleicht "bequemer" und vor allem wärmer sei als auf dem Bahnhof. Die Dauerwellen-Mutti meinte dann, dort würde gebaut und ausserdem sei alles sehr viel teurer.

Ich hatte keine Lust mehr, mich weiterhin mit Ignoranten über die USA zu unterhalten, wenn die gleichsam über einen der wichtigsten Life-Styles dort, die Mobile Homes, die Nase rümpfen. Ich ging nochmals eine rauchen und danach fuhr ich dann zum Flughafen. Ich hoffte, dass es dort wärmer wäre.

Ah, es war vieeel wärmer. Und es war auch nicht sehr viel teurer - anders als die Mutti behauptet hatte. Vor allem rochen die Toiletten - oder Bathrooms - nicht penetrant nach Urin und man konnte sogar Handtücher ausleihen und warm duschen.

Dort wartete ich also die restlichen Stunden, kaufte mir noch ein Bier, sah eine Gruppe Polizisten eine Gruppe von verschleierten Muslimen, die irgendwo einchecken wollten, kontrollieren und checkte zeitig ein. Ich wollte nur noch nach Hause. 

Das ging dann relativ flott. Vor 21 Uhr war ich wieder zuhause und rief gleich SP an, der schon 3 mal auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte.

23.11.10 17:09

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Skewed / Website (23.11.10 18:09)
Mich aus Langeweile statt Interesse mit fremden Leuten zu unterhalten, brachte mich bisher auch immer dazu, ihre Anwesenheit immer weniger zu schätzen =D


pinellas / Website (23.11.10 18:25)
Also mich interessierte schon, wo sie denn Urlaub gemacht hatten (die vielen Koffer). Als sie dann meinten, St. Pete, dachte ich, ach, das ist doch Schicksal (wo ich doch nach St. Pete will).
Aber es war eben zu viel für mich, dass sie die Mobile Homes so abwertend sahen. Denn für mich, sind die Mobile Homes weitaus das Beste dort und auf jeden Fall besser, als irgendeine Mietwohnung (Plattenbau oder nicht) hier. :-)

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